Forschung

Lehre und Forschung am Lehrstuhl für materielle Staatstheorie ist der theoretischen und empirischen Analyse von "öffentlicher Politik" (Public Policy) gewidmet, die von staatlichen als auch nicht-staatlichen Akteuren betrieben wird. Lesen Sie mehr zum Profil des Lehrstuhls.

Hierbei werden sowohl qualitative wie auch quantitativen Methoden der empirischen Sozialforschung eingesetzt, wobei allerdings strukturanalytische Methoden besonders betont werden.


Forschungsprojekte (seit 1996, absteigende Reihenfolge)

COMPON DE: Politiknetzwerke im Bereich Klimawandel im Vergleich - Analyse des deutschen Netzwerks (2011 - 2012)

Leitung: Prof. Dr. Jeff Broadbent (international-vergleichenden Studie)
Prof. Dr. Volker Schneider (deutsche Studie)
Bearbeitung: T. Malang (2011); J. Ollmann (2011-12); H. Brugger (2012)
Finanzierung: National Science Foundation, USA/University of Minnesota
Projektzeitraum: 2011 - 2012
Zusammenfassung: Das Projekt untersucht das Netzwerk politisch relevanter Akteure im Politikfeld Klimawandel aus einer synchronen und diachronischen Perpektive mit einem multi-methodischen Ansatz. Aus einer synchronen Perspektive werden Daten mittels standardisierter Interviews über vielfältige Beziehungsformen zwischen den Akteuren der deutschen Klimapolitik sowie deren politischen Positionen erhoben. Aus einer diachronen Perspektive werden Veränderungen und Verschiebungen in der relationalen Positionierung der Akteure in den Printmedien mittels einer quantitativen Diskursnetzwerkanalyse über einen längeren Zeitraum verfolgt. Die Analyse des deutschen Klimapolitiknetzwerks soll in einem zweiten Schritt in einen internationalen Vergleich von Klimapolitiknetzwerken in Ländern wie den USA, Großbritannien, Schweden, Japan, Kanada, Südkorea, India, etc. einfließen.
Veröffentlichungen: Schneider , V. (2015). Towards Post-Democracy or Complex Power Sharing? Environmental Policy Networks in Germany. In V. Schneider , & B. Eberlein (Eds.), Complex Democracy Varieties, Crises, and Transformations (pp. 263-279). Berlin: Springer.
Schneider , V./ Ollmann, J. K. (2013). Punctuations and Displacements in Policy Discourse: the Climate Change Issue in Germany 2007-2010. In: Environmental Change and Sustainability / ed. by Steven Silvern and Stephen Young. - Rijeka : InTech, 2013. - S. 157-183. - ISBN 978-953-51-1094-1.

 

TRANSPOSE: Transfer von Politikinstrumenten zur Stromeinsparung: Bestandsaufnahme und Wirkungsanalyse im internationalen Vergleich (2008 - 2011)

Projektteam: Prof. Doris Fuchs, Ph.D (Universität Münster, Projektleitung)
Dr. Kerstin Tews (FU Berlin),
Veit Bürger (öko-Institut e.V., Freiburg),
Prof. Dr. Dörthe Krömker (Universität Kassel),
Prof. Dr. Volker Schneider (Universität Konstanz)
Finanzierung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Projektzeitraum: April 2008 - März 2011
Zusammenfassung: Das Projekt untersucht Möglichkeiten der Unterstützung und der politischen Steuerung nachhaltigen Konsums im Bereich der privaten Stromnutzung. Dabei wird von der Annahme ausgegangen, dass es eine Reihe von Hemmnissen gibt, die es individuell rational handelnden Verbrauchern und Verbraucherinnen verbieten oder erschweren, sparsamer und effizienter mit Strom umzugehen. Diese Hemmnisse sind bisher nur unvollständig thematisiert und untersucht. Das Forschungsteam vermutet, dass sie sich nur über eine Veränderung der wahrgenommenen Handlungsrestriktionen überwinden lassen. Daher sind politische Steuerungsinstrumente gefragt, die es individuell rational machen, effizienter und sparsamer mit Strom umzugehen.

Ziel des Verbundes ist es, in enger Zusammenarbeit mit Stakeholdern auf den deutschen Kontext angepasste Politikinstrumente zu entwickeln und den Prozess zur Umsetzung anzustoßen. Es geht um eine theoretisch und empirisch begründete Identifizierung von Ansatzpunkten für eine politische Steuerung und die strategische Förderung von Politikinnovationen, die Verbraucher und Verbraucherinnen dazu veranlassen, den Haushaltsstromverbrauch zu reduzieren.

Das Teilprojekt der Universität Konstanz verfolgt folgende Ziele:
  1. Eine systematischen Bestandsaufnahme von Politikinstrumenten und «good practices» in anderen Ländern, die eine Senkung des Stromverbrauchs bzw. eine Steigerung der Energieeffizienz anvisieren. Hierzu werden relevante Daten aus über 30 Ländern erhoben und mittels Verfahren der multivariaten Regression analysiert;
  2. Die Entwicklung und empirische Prüfung makrovergleichender Modelle, die Aussagen erlauben, inwieweit international variierende Politikinstrumente (relevante Kontrollvariablen vorausgesetzt) zu unterschiedlichen Politikwirkungen (policy impact) führen.
Veröffentlichungen: Schneider, V., N. Schorowsky, und M. Tenbücken. 2011. "Die Wirkung politischer Maßnahmen auf die Senkung des Stromverbrauchs in privaten Haushalten: Ein makroquantitativer Vergleich." In D. Fuchs (Hg.), Die politische Förderung des Stromsparens in Privathaushalten. Herausforderungen und Möglichkeiten, Hrsg. Berlin: Logos Verlag, 46-68.

Mayer, Ines, Volker Schneider, and Claudius Wagemann. 2011. "Energieeffizienz in privaten Haushalten im internationalen Vergleich. Eine Policy-Wirkungsanalyse mit QCA." Politische Vierteljahresschrift 52:399-423.

TRANSCOOP: Die Dynamik komplexer Kommunikationssysteme (2006-2010)

Projektteam: Prof. Dr. V. Schneider mit Prof. Dr. Johannes M. Bauer (Michigan State University, USA)
Finanzierung: Alexander von Humboldt-Stiftung, Transcoop-Programm
Projektzeitraum: 06/2006 - 07/2010 (verlängert)
Zusammenfassung: Das Projekt ist besonders der Theorieentwicklung im Bereich der Innovation und Technikentwicklung gewidmet. Im Gegensatz zu vorherrschende Ansätzen zielen wir auf eine Mikrofundierung, mit der diese komplexen und dynamischen Prozesse modelliert werden können - ausgehend von Entscheidungen individueller Akteure in mehrschichtigen strukturellen Kontexten. Zentrale Elemente sind heterogene Akteure, multiplexe Beziehungsstrukturen und Rückkopplungen, die wiederum die Entscheidungsbedingungen von Individuen, Organisationen und Policy-Makern verändern. Das Projekt geht von der Annahme aus, dass aktuelle Theorien komplexer Systeme eher in der Lage sind als konventionelle Ansätze, die Komplexität von Innovationsprozessen und Technologieentwicklung (besonders im Bereich der Telekommunikation) zu erklären.
Veröffentlichungen: Schneider V., Bauer J. 2009. Von der Governance- zur Komplexitätstheorie: Rekonstruktion gesellschaftlicher Ordnungsbildung. In I. Schulz-Schaeffer, J. Weyer, Hg. Management komplexer Systeme, München: Oldenbourg, 31-53.
  Bauer J., Lang A., Schneider V. 2012. Innovation Policies and Governance in High-Technology Industries: The Complexity of Coordination. Berlin: Springer.
 

Risikokommunikation und Diskursnetzwerke (2007)

Leitung: Prof. Dr. V. Schneider
Bearbeitung: P. Leifeld
Finanzierung: Exzellenzcluster 16, Universität Konstanz
Projektzeitraum: 5/2007 - 11/2007
Zusammenfassung: Das Projekt konzentriert sich auf konzeptuelle und methodische Fragen, wie politische Diskurse über komplexe gesellschaftliche Risiken mittels strukturanalytischer Ansätze und Verfahren untersucht werden können. Eine theoretische und methodische Innovation ist die Verbindung von Netzwerkanalyse und Diskursanalyse zum Ansatz der Diskursnetzwerke, mit dem kollektive Situationsdeutungen und Wertorientierungen durch eine Strukturanalyse von Akteursdynamiken, Kommunikationsprozessen und Diskursstrukturen mikrofundiert werden. Soziale Netzwerkanalyse, die bislang vorrangig zur Beziehungsanalyse zwischen Akteuren eingesetzt worden ist, wird dabei auf eine Beziehungsanalyse mit kulturellen Entitäten (Vorstellungen, Glaubenshaltungen, Überzeugungen, Argumentationen) erweitert, indem die Konzeptaffiliationen von Akteuren aus Medienberichten und Positionspapieren extrahiert werden, um politische Meinungsbildungs- und Überzeugungsprozesse nachzuzeichnen.
Veröffentlichungen: Janning F, Leifeld P, Malang T, Schneider V. 2008. Diskursnetzwerkanalyse. Überlegungen zur Theoriebildung und Methodik. In V Schneider, F Janning, P Leifeld, T Malang. Politiknetzwerke. Modelle, Anwendungen und Visualisierungen. Wiesbaden: VS-Verlag
  Schneider V, Leifeld P. 2008. Überzeugungssysteme, Diskursnetzwerke und institutionelle Kommunikation im politischen Prozess: Ein zweiter Blick auf die deutsche Chemikalienkontrolle der 1980er Jahre. In V Schneider, F Janning, P Leifeld, T Malang. Politiknetzwerke. Modelle, Anwendungen und Visualisierungen. Wiesbaden: VS-Verlag
 

Politikabbau - Entpolitisierung (in Kooperation mit Prof. Dr. Knill und Dr. M. Bauer) (2006-2007)

Leitung: Prof. Dr. V. Schneider und Dr. F. Janning
Bearbeitung: A. Ohm, M. Schmid
Finanzierung: MWK des Landes Baden-Württemberg
Projektzeitraum: 9/2006 - 12/2007
Zusammenfassung: Hauptziel des Gesamtprojekts ist, einen empirisch fundierten Beitrag zur Theoriedebatte um Politikbeendigungsphänomene zu leisten. Während das Team am LS von Prof. Knill das Phänomen Politikbeendigung als Abbau von Policies und den damit verbundenen Institutionen fasst, konzentrieren sich die Arbeiten am LS von Prof. V. Schneider auf die Entpolitisierung politischer Prozesse. Hierbei lassen sich (mindestens) zwei Haupttrends feststellen: 1) Die zunehmende Verwissenschaftlichung der Politik durch ein stärkeres Gewicht wissenschaftlicher Expertisen und Experten in politischen Entscheidungsprozessen (z.B. evidenz-basiertes Policy-Making). 2) Verlagerung von Prozessen der Politikproduktion auf nichtmajoritäre bzw. "unabhängige Behörden" wie z.B. unabhängige Regulierungsbehörden, Zentralbanken, Kommissionen, etc. Ein wichtiges Konzept in diesem Zusammenhang stellt das Konzept der Policy-Regime dar, das eine Schlüsselfunktion in der Erfassung von Varianten von Politikprozessen mit unterschiedlichem Politisierungsgrad hat. Ziel des Projekts ist es, einen Forschungsverbund im Rahmen des 7. Rahmenprogramms der EU und ein DFG-Projekt zu entwerfen und zu initiieren.
Veröffentlichungen: Janning F. 2007. Regime in der regulativen Politik. Chancen und Probleme eines Theorie-Transfers in der Policy-Forschung. In Janning F. Toens K. (Hg.)Die Zukunft der Policy-Forschung. Theorien, Methoden, Anwendungen. Wiesbaden: VS-Verlag, 112-137.
  Schneider V. 2007. Konvergente Evolution? Politikübertragung und unabhängiges Problemlösen in der langfristigen Entwicklung von Policy-Regimen in der Telekommunikation. In: Holzinger K. Jörgens H. Knill C. (Hg.) Transfer, Diffusion und Konvergenz von Politiken, PVS Politische Vierteljahresschrift Sonderheft 39, Wiebaden: VS-Verlag, 221-246.
  Schneider V. 2007. Komplexität, politische Steuerung, und evidenz-basiertes Policy-Making. In: Janning, F./ Toens K. (Hrsg.): Die Zukunft der Policy-Forschung. Theorien, Methoden, Anwendungen. Wiesbaden: VS-Verlag, 55-70.
 

Politiknetzwerke und politische Theorie (2004-2005)

 

Leitung: Prof. Dr. V. Schneider
Bearbeitung: A. Lang, Prof. Dr. V. Schneider
Finanzierung: Ausschuss für Forschungsförderung der Universität Konstanz (AFF)
Projektzeitraum: 4/2004 - 1/2005
Zusammenfassung: Die Forschung zu Politiknetzwerken erlebt seit den 90er Jahren eine Hochkonjunktur und ist mittlerweile in allen Teildisziplinen der Politik- und Verwaltungswissenschaft präsent. Ein vordringliches Ziel dieses Projekt ist es, die disparaten und zerstreuten Wissensbestände in Bezug auf explizite und implizite Hintergrundannahmen, Grundlagenkonzepte, Hypothesen und Forschungsergebnisse zu ordnen und auf einigermaßen abgesicherte Elemente zu beleuchten. Gleichzeitig soll deren Anschlussfähigkeit zu allgemeinen Staats- und Gesellschaftstheorien überprüft werden. Als Ergebnis soll eine Systematisierung und ein Versuch der Synthese bereits bestehender Wissensbestände und Forschungsbefunde anvisiert werden. Das Projekt wird zunächst durch den AFF finanziert. Ein Forschungsantrag für eine längerfristigere Förderung wird vorbereitet.
Veröffentlichungen: Schneider V, Janning F, Leifeld P, Malang T. 2008. Politiknetzwerke. Modelle, Anwendungen und Visualisierungen. Wiesbaden: VS-Verlag
  Lang A, Leifeld P. 2007. Die Netzwerkanalyse in der Policy-Forschung: Eine theoretische und methodische Bestandsaufnahme. In Janning F, Töns K. (Hg.): Die Zukunft der Policy-Forschung. Wiesbaden: VS Verlag.
  Leifeld P. 2007. Policy networks : a citation analysis of the quantitative literature. Master Thesis accessible at URL: http://www.ub.uni-konstanz.de/kops/volltexte/2007/2663/.
  Schneider V, Lang A, Leifeld P, Gundelach B. 2007. Political Networks - A Structured Bibliography. (pdf-File).
  Schneider V. 2007. Politiknetzwerke und die Steuerung komplexer Gesellschaften. In A Ebner, K Heine, J Schnellenbach (Hg.) Innovation zwischen Markt und Staat: Die institutionelle Dynamik wirtschaftlicher Entwicklung. Baden-Baden: Nomos, 169-92.
  Schneider V. 2006. Business in Policy Networks: Estimating the relative importance of Corporate Direct Lobbying and Representation by Trade Associations. In D Coen, W Grant, (eds.) Business and Government: Methods and Practice. International Political Science Association 2000 Series. Opladen: Barbara Budrich Publishers, 109 - 27.
 

Cybercrime bekämpfen: Globale und europäische Politiknetzwerke zum Schutz von Kommunikations- und Informationsinfrastrukturen am Beispiel des eCommerce (2002-2005)

Leitung: Prof. Dr. V. Schneider
Bearbeitung: D. Hyner, Prof. Dr. V. Schneider
Finanzierung: Volkswagen-Stiftung
Projektzeitraum: Juli 2002 - Juni 2005
Zusammenfassung: Moderne westliche Gesellschaften sind in hohem Maße ausdifferenzierte, komplexe sozio-technische Systeme, die auf eine Reihe technikgestützter kritischer Infrastrukturen angewiesen sind. Diese Infrastrukturen, allen voran das Internet, sind besonders empfindlich gegenüber verschiedenen Störformen wie Cybercrime, Cyberterrorism oder Cyberwar. Gleichzeitig ist ihr reibungsloses Funktionieren jedoch von höchster Bedeutung für das Wohlergehen und die Sicherheit moderner Gesellschaften insgesamt. Im Zentrum der Untersuchung steht die Frage, wie öffenliche und private Akteure auf globaler Ebene im Wege der Selbststeuerung zur Generierung und Förderung von Sicherheit im Netz im spezifischen Problemfeld des eCommerce zusammenwirken.
Veröffentlichungen: Schneider V, Hyner D. 2006: Security in Cyberspace: Governance by Transnational Policy Networks in Mathias Koenig-Archibugi and Michael Zürn (eds.), New Modes of Governance in the Global System: Exploring Publicness, Delegation and Inclusiveness, Basingstoke: Palgrave.

Regulatorischer Wandel im internationalen Vergleich: Messung und Erklärung der Transformation des staatlichen Funktionsprofils im Telekommunikationssektor (2004)

Leitung: Prof. Dr. V. Schneider
Bearbeitung: F. Häge, V. Schneider
Finanzierung: Ausschuss für Forschungsförderung der Universität Konstanz (AFF)
Projektzeitraum: 2004
Zusammenfassung: Das Forschungsprojekt will die Analysen des Projektes über die "Redimensionierung des Staates" ergänzen, indem der Telekommunikationssektor über eine Messung der materiellen Privatisierung hinaus einer näheren Analyse unterzogen wird, in der auch Daten zu Liberalisierung und Regulierung untersucht werden. Langfristiges Ziel ist, Indikatoren für Regulierungsintensität zu entwickeln und auf den Telekommunikationsbereich anzuwenden. Mit der Verwendung fortgeschrittener Skalierungsverfahren sollen dabei Probleme vermieden werden, die additive Indizes und subjektive Kategorisierungen, wie sie üblicherweise zur Repräsentation institutioneller Gefüge Verwendung finden, verursachen.
Veröffentlichungen: Bauer M, F Häge, V Schneider, 2004: Political and Societal Veto Players in Regulatory Reform: The Transformation of Telecommuni-cations in OECD Countries. Paper preseneted at the 62nd Midwest Political Science Association Annual National Conference, April 15-18, 2004, Palmer House Hilton, Chicago, Illinois, March 2004

Die Veränderung von Einfluss- und Mitgliedschaftslogiken sektoraler Dachverbände im Kontext von Europäisierung und Internationalisierung (2001-2004)

 

Leitung: Prof. Dr. V. Schneider, Prof.Dr. P.C. Schmitter (European University Institute, Florence)
Koordination: Dr. Jürgen Grote
Bearbeitung: Dr. J. Grote, A. Lang, Prof.Dr. P.C. Schmitter, Prof. Dr. V. Schneider, C. Wagemann
Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft
Projektzeitraum: 2001-2004
Zusammenfassung: Die seit Anfang der neunziger Jahre intensiv geführte Debatte über die Rolle von Interessenverbänden im Integrationsprozess beschränkt sich zumeist auf die Analyseebene der Europäischen Union. Außerdem dominiert eine Tendenz zu einflusslogischen Ansätzen, die zur Folge hat, dass die durch die Interessen der verbandlichen Mitgliederbasis gesetzten Beschränkungen internationaler Verbandsaktivitäten nicht ausreichend reflektiert werden. Damit fallen wesentliche nationale und sektorale Konstitutionsbedingungen europäischen kollektiven Handelns durch die Analyseraster. In der Verbände- und Korporatismusforschung der achtziger Jahre fehlen andererseits Arbeiten zu den europäischen und internationalen Kontextbedingungen nationalen kollektiven Handelns. Zudem gab es hier zumindest anfänglich eine Tendenz zur Überakzentuierung der Makroebene politischen Tausches, die den systematischen Vergleich sektoraler, in verschiedenen Ländern operierender Verbände erschwerte und auf wenige Bereiche begrenzte. An dieser doppelten, sich gegenseitig ergänzenden Forschungslücke setzt dieses Projekt an. Das Ziel besteht darin, unter Zuhilfenahme selbst erhobener Verbandsdaten und unter Einsatz netzwerkanalytischen Instrumentariums eine länderübergreifende vergleichende Untersuchung verschiedener Wirtschaftssektoren durchzuführen und darüber zu generellen Aussagen über die Anpassungsleistungen nationaler Verbände und Verbandssysteme an Prozesse der Europäisierung und Globalisierung zu gelangen.
Veröffentlichungen: Grote JR, Lang A. 2003. Europeanization and Organizational Change in National Trade Associations: An Organizational Ecology Perspective. In The Politics of Europeanization, ed. K Featherstone, CM Radaelli, pp. 225-54. Oxford, New York: Oxford University Press.
Lang A, Grote JR. 2005. Facetten des Wandels - Anpassungsstrategien von Wirtschaftsverbänden an ihre Umwelt. In Interessenpolitik in Europa, ed. R Eising, B Kohler-Koch, pp. 363-387. Baden-Baden: Nomos.
Schneider, V. 2005. Business in Policy Networks: Estimating the relative importance of Corporate Direct Lobbying and Representation by Trade Associations. In Business and Government: Methods and Practic, ed. D Coen, W Grant, pp. 120-139. Berlin: VS Verlag.
Grote JR, Schneider V. 2006. Organizations and Networks in a Globalizing Economy: British and German Chemical Interest Associations. In Governing Interests: Business Associations Facing Internationalization, ed. W Streeck, JR Grote, V Schneider, J Visser. London: Routledge.
Schneider V, Grote JR. 2006. Business Associations, Associative Order and Internationalization. In Governing Interests: Business Associations Facing Internationalization, ed. W Streeck, JR Grote, V Schneider, J Visser. London: Routledge.
Lang A, Schneider V. 2006. Wirtschaftsverbände. Verbandspolitik im Spannungsfeld von divergierenden Interessen und hierarchischer Integration. In Interessenverbände in Deutschland, ed. U Willems, T von Winter. Wiesbaden: VS Verlag (im Erscheinen).
Lang A. 2006. Die Evolution sektoraler Wirtschaftsverbandssysteme. Wiesbaden: VS Verlag (im Erscheinen).

Globalisierung, Europäisierung und die Redimensionierung des Staates: die Privatisierung von Infrastrukturen (2000-2004)

Leitung: Prof. Dr. V. Schneider
Bearbeitung: A. Jäger (2001-2002), M. Tenbücken (2003-2004)
Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft
Projektzeitraum: Oktober 2000 - März 2004
Zusammenfassung: Ziel des Projektes war es, den Rückzug des Staates aus den Infrastruktursektoren Telekommunikation, Elektrizität und Luftfahrt im Zeitraum 1970-2000 vergleichend zu erfassen und zu erklären. In diesem Zusammenhang wurde zunächst ein Datensatz erstellt, der die Veränderung in den Eigentums- und Kontrollstrukturen zwischen Staat und Gesellschaft, d.h. die Privatisierungsentwicklung, systematisch-vergleichend für die OECD-Staaten in den drei genannten Sektoren erfasst. Daran anschließend wurden unterschiedliche politikwissenschaftliche Theorien und Hypothesen für die Redimensionierung des Staates anhand des Datensatzes überprüft. Ergebnisse: Für die 1980er Jahre ist ein deutlicher Parteieneffekt zu beobachten, d.h. linke Regierungen privatisieren weniger und langsamer als rechte. Dieser Effekt setzt in den 1990er Jahren aus - hier ist das vorherrschende Muster: alle privatisieren.
Veröffentlichungen: Schneider V, Tenbücken M, Hg. 2004. Der Staat auf dem Rückzug. Die Privatisierung öffentlicher Infrastrukturen. Frankfurt a.M.: Campus
Schneider V, Jäger A. 2003. The Privatization of Infrastructures in the Theory of the State: an Empirical Overview and a Discussion of Competing Theoretical Explanations. In On Creating Competition and Strategic Restructuring, ed. E Wubben, F.M., W Hulsink, pp. 101-37. Cheltenham, UK: Edward Elgar
Schneider V, Fink S, Tenbücken M. 2005. Buying out the state: a comparative perspective on the privatization of infrastructures. Comparative Political Studies 38: 704-727

Wirtschaftsverbände in einer internationalisierten Wirtschaft (Die Europäisierung und Globalisierung nationaler Interessenvermittlungsstrukturen) (2001-2003)

Koordination: Prof. Dr. Dr.h.c. Wolfgang Streeck; Prof. Dr. Volker Schneider; Dr. Jürgen Grote; Prof. Dr. Jelle Visser;
Bearbeitung: Prof. Dr. Dr.h.c. Wolfgang Streeck; Prof. Dr. Volker Schneider; Dr. Jürgen Grote; Prof. Dr. Jelle Visser; Prof. Dr. William Coleman; Prof. Dr. Hanspeter Kriesi; Dr. Dirk Lehmkuhl; Dr. Victor Pestoff; Dr. Karsten Ronit ; Prof. Dr. Franz Traxler
Finanzierung: Fritz-Thyssen-Stiftung
Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, Köln
Amsterdam Institute for Advanced Labour Studies (AIAS)
Projektzeitraum: 2001-2003
Zusammenfassung: Das Projekt untersucht die Auswirkungen der Internationalisierung der Wirtschaft auf die Organisierung von Wirtschaftsinteressen. Im Mittelpunkt steht die Veränderung von Struktur und Funktion nationaler Verbändesysteme unter den Bedingungen von Europäisierung und Globalisierung. Ausgangsvermutung ist, dass nationale Systeme weiterhin von überragender Bedeutung sein werden, zugleich aber einem erheblichen Veränderungsdruck ausgesetzt sind, unter anderem durch ihre Einordnung in ein internationales Mehrebenensystem sowohl staatlicher als auch verbandlicher Art. Besonderes Interesse gilt den zunehmenden politischen Aktivitäten multinationaler Großunternehmen und deren Verhältnis zu den nationalen und internationalen Interessenverbänden der Wirtschaft.
Veröffentlichungen: Streeck W., Grote J., Schneider V. and Visser J. eds. 2005. Governing Interests: Business Associations Facing Internationalization. London: Routledge, forthcoming.

National Regulatory Authorities in the Telecommunications Sector - A Cross-National Comparison of EU Member States (2002)

 

Bearbeitung: Prof. Dr. Olli Rehn, Prof. Dr. Volker Schneider, M. Tenbücken
Finanzierung: Ministry of Communications, Helsinki; NetEffect, Helsinki
Projektzeitraum: August 2002 - Dezember 2002
Zusammenfassung: Fast alle westlichen Industrienationen haben ihre Telekommunikationsmärkte geöffnet und alte Staatsmonopole aufgebrochen. Die Schaffung und Öffnung dieser Märkte führte jedoch weniger zur allgemeinen Deregulierung als neue marktschaffende und - unterstützende Regeln formuliert und umgesetzt werden mussten. Als neue institutionelle Arrangements zur Durchsetzung dieser neuen Regelstrukturen haben sich (mehr oder weniger) unabhängige Regulierungsagenturen bewährt, die sich nicht nur in Europa sondern global ausgebreitet haben. Mit Hilfe eines speziellen Verfahrens der Strukturanalyse (Partial Order Scalogram Analysis) wurden in diesem Projekt spezifische institutionelle Kombinationen dieser nationalen Regulierungsarrangements innerhalb der Europäischen Union herausgearbeitet und systematisch miteinander verglichen, um Aussagen über Konvergenz oder Divergenz dieser Systeme machen zu können.
Veröffentlichungen: Olli Rehn, Volker Schneider and Marc Tenbücken, Comparative Lessons and European Challenges. Report on the External Regulatory Environment of the Finnish Communications Regulatory Authority, 2003.
Tenbücken, Marc; Schneider, Volker: Divergent convergence: the diffusion of regulatory reform in the telecommunications sector. in: Jordana, Jacint; Levi-Faur, David (eds.): The politics of regulation: examining regulatory institutions and instruments in the age of governance. Cheltenham: Elgar 2004

Internetpolitik: Nationale Unterstützungsstrategien der Internet-Verbreitung im internationalen Vergleich (2001-2002)

Leitung: Prof. Dr. Volker Schneider
Bearbeitung: D. Hyner, V. Schneider
Finanzierung: Ausschuss für Forschungsförderung der Universität Konstanz (AFF)
Projektzeitraum: Oktober 2001 - März 2002
Zusammenfassung: Das Internet hatte sich im Laufe der letzten fünf Jahre überraschend zu einer basalen und globalen wissensbasierten Infrastruktur moderner Informationsgesellschaften entwickelt. Seit dem Bangemann-Report ist auch in den Staaten der EU das Bewußtsein für die Notwendigkeit einer aktiven Förderung und Gestaltung dieser Entwicklung erwacht. Bedingt durch unterschiedliche nationale Rahmenbedingungen kultureller, technischer, ökonomischer und nicht zuletzt politischer Natur haben die einzelnen EU-Staaten hier jedoch sehr unterschiedliche Handlungsoptionen. Zwischen den einzelnen Staaten läßt sich in der Internetdurchdringung ein deutliches Nord-Süd-Gefälle ausmachen. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, durch einen Vergleich der verschiedenen nationalen Förderungsstrategien die Unterschiede im Erfolg der Anpassung an das Internet zu erklären. Für einen trinationalen Vergleich bieten sich hier besonders Frankreich, Großbritannien sowie Deutschland an, da diese Staaten zwar größenmäßig weitgehend vergleichbar sind, jedoch noch 1999 deutliche Unterschiede in der Internetdurchdringung aufwiesen.
Veröffentlichungen: Schneider V. 2000. Evolution in Cyberspace: The Adaptation of national Videotext Systems to the Internet. In: The Information Society 16: 319-328.
Schneider V, Hyner D. 2002. Innovation ohne Diffusion? Bildschirmtext. In Immer wieder Neues. Wie verändern Erfindungen die Kommunikation. Hrsg. Oestereich C, Losse V Frankfurt/M: Edition Braus , 135-152.
Hyner D. 2001. Survival of the Most Flexible? Analyse des sozio-technischen Systems Btx/T-Online in einer revolutionär veänderten Umwelt. Diplomarbeit am Fachbereich für Politik- und Verwaltungswissenschaft der Universität Konstanz

Private Organisations in Global Politics (1996-1998)

 

Koordination und Bearbeitung: K. Ronit; V. Schneider
Finanzierung: ECPR, Universität Konstanz, Friedrich-Naumann-Stiftung
Projektzeitraum: 1996-1998
Zusammenfassung: Das Projekt, das über einen ECPR Workshop in Bern initiiert wurde, untersuchte das Ausmaß und die Formen der Involvierung privater Organisationen in internationale oder transnationale politische Prozesse. Besonderer Schwerpunkt lag dabei auf der Übernahme von Steuerungs- und Regulierungsfunktionen durch private Akteure.
Veröffentlichungen: Schneider V. 2000. Global Economic Governance by Privat Actors: The International Chamber of Commerce. In Organized Business and the New Global Order, ed. J Greenwood, H Jacek, pp. 223 - 40. Houndmills: Macmillan
Ronit K, Schneider V. 2000. Private Organizations in Global Politics. London: Routledge.
Ronit K, Schneider V. 1999. Global Governance through Private Organizations. Governance 12: 243 - 66