Abgeschlossene Drittmittelprojekte

Übersicht über vergangene Forschungsprojekte seit dem Jahr 2013

Die Dynamik von Gruppenkonflikten in multinationalen Mehrebenensystemen – Integration oder Akkommodierung - Prof. Dr. Nathalie Behnke

as Forschungsinteresse des Projekts zielt auf die Untersuchung von

Politiken der Beilegung innerstaatlicher multinationaler Konflikte.

Forderungen regional konzentrierter Gruppierungen nach mehr Autonomie

haben wesentlich zur Dezentralisierung auch ehemals stark unitarisch

geprägter Demokratien beigetragen. Dieser Prozess des Forderns,

Verhandelns und Gewährens von autonomen Kompetenzen zwischen Vertretern

der regionalen und der zentralstaatlichen Ebenen ist jedoch sehr

langfristig orientiert und gegenwärtig noch nicht abgeschlossen. Im

Laufe der Zeit lässt sich ein Wandel der Orientierung von eher

integrationistischen zu stärker akkommodierenden Reformen feststellen,

die unterschiedliche Wirkung entfalten können. Mit Hilfe von vier

vergleichenden regionalen Fallstudien soll diese Dynamik rekonstruiert

und der Verlauf des Prozesses erklärt werden mit dem Ziel, zu

theoretischen Ansätzen über verallgemeinerbare Wirkmechanismen in diesen

Reformprozessen zu gelangen.

Ein Projekt im Rahmen des Exzellenzclusters EXC16: Kulturelle Grundlagen von Integration.

Projektleitung: Prof. Dr. Nathalie Behnke, Projektmitarbeiterin: Bettina Petersohn

The Politics of Education and Training Reforms in Western Welfare States - Prof. Dr. Marius Busemeyer

The Politics of Education and Training Reforms in Western Welfare States

The Emmy Noether Project "The Politics of Education and Training Reforms in Western Welfare States" has analyzed vocational training and higher education systems and their historical and political origins from an internationally comparative perspective. The project has aimed to answer which institutional and political factors have led to the establishment of these different education systems.

We descriptively systematized the variety of existing systems in different (post-secondary) education sectors. We identified four ideal-typical skill formation regimes in vocational training, which can be distinguished along the dimensions of firm involvement and public commitment (i. e. public finance and the role of the state in education provision and governance). Moreover, we also identified “four worlds of student finance” that can be distinguished along the dimensions of tuition fees (high vs. low) and the proportion of students benefitting from public subsidies (high vs. low). We have shown in manifold contributions that the emergence of different skill formation regimes is strongly linked to the development of the welfare state. In contrast to earlier studies we have expanded the perspective of partisan politics by taking into account the degree of economic coordination and institutional legacies against which partisan politics played out in the critical junctures of the post-war period.

Also, the project has moved beyond explaining the emergence and genesis of education and training regimes by analyzing the distinct systems’ socio-economic outcomes and their impact on individual preferences. Two findings stand out in particular: First, the relationship between educational and socio-economic inequality is more complex than commonly assumed. This is mostly related to elaborate VET systems, which on the one hand segment the educational system but on the other hand provide a point of access to high quality education and employment for those individual in the lower half of the academic skills distribution. Second, once in place, educational systems produce positive feedback effects on individual attitudes in terms of redistribution, student finance and public education spending more generally. Finally, our findings strongly suggest that we are nowadays in a phase of path dependent incremental change as education regimes have remained remarkably stable in their basic institutional configuration during the last three decades. However, as the examples of Australia and Ireland show, path-deviating change in VET is possible when governments succeed in forming new coalitions in the industrial arena.

Projektleitung: Prof. Dr. Marius R. Busemeyer, Projektmitarbeiter: Dr. Julian L. Garritzmann, Dr. Janis Vossiek, Prof. Dr. Michael Dobbins, Dr. Raphaela Schlicht-Schmälzle

Studie über die grün-roten Bildungsreformen in Baden-Württemberg - Prof. Dr. Marius Busemeyer

Studie über die grün-roten Bildungsreformen in Baden-Württemberg

Die Studie untersucht die Auswirkungenund die Bewertungen der bildungspolitischen Reformender grün-roten Landesregierung in Baden-Württembergaus dem Blickwinkel zentraler politischer Akteur_innensowie im Rahmen von Fokusgruppen-Interviews an Gemeinschaftsschulen.Eine wesentliche Erkenntnis derStudie ist, dass trotz der intensiv geführten politischenDebatten um die Bildungsreformen – insbesondere dieEinführung der Gemeinschaftsschulen – die Unterstützungfür die Reformprojekte sowohl auf der politischenEbene als auch auf der Ebene der direkt Betroffenengrößer ist, als man angesichts der medial verkürzt dargestelltenKonflikte vielleicht vermuten würde. SubstanzielleKritik wird insbesondere an den Inhalten der Gemeinschaftsschul-Reform geäußert, während es an anderenReformprojekten, die allgemein populärer sind,wie dem Ausbau der Ganztagsschulen, der Umsetzungdes Inklusionsprinzips und der regionalen Schulentwicklung,weniger Kritik gibt. Auffällig ist die Tatsache, dassder Großteil der Kritik sich auf die konkrete Umsetzungder Reformen bezieht. Viele der direkt Betroffenen, vorallem Lehrer_innen und Schulleitungen, aber auch Elternund Verwaltungen fühlten sich durch die Vielzahl derReformen in hoher zeitlicher Dichte überfordert.

Projektleitung: Prof. Dr. Marius Busemeyer, Projektmitarbeiterin: Susanne Haastert

Elite Networks in Africa – Case Study Togo - Dr. Anja Osei

Elite Networks in Africa – Case Study Togo

Die meisten Länder Afrikas kehrten nach einerlangen Periode mehr oder weniger autoritärer Einparteiensystemein den 1990er Jahren zu Mehrparteienwahlenzurück. Die Ergebnisse der Demokratisierungswelle sindjedoch gemischt: neben einigen konsolidierten Demokratienexistieren nach wie vor eine Reihe autoritärer Regimesowie eine Vielzahl von Staaten, die sich in einerGrauzone zwischen Demokratie und Autokratie befinden.Akteurszentrierte Erklärungsansätze weisen dabei vorallem auf die Bedeutung des Handelns politischer Elitenhin. Eine umfassende Typologie von Elitenstrukturen undentsprechenden Regimetypen wurde von Higley undBurton (2006) vorgelegt, die empirische Elitenforschunghat sich jedoch bisher überwiegend auf westliche Demokratienkonzentriert und afrikanische Staaten kaum berücksichtigt.An dieser Forschungslücke setzt das Projektan.In Zusammenarbeit mit dem in Lomé ansässigen ForschungsinstitutCROP (Centre de Recherche et de Sondaged'Opinions) wurde eine Erhebung im Parlament vonTogo durchgeführt, welche Daten zu Biographien undKarrieremustern, persönlichen Netzwerken sowie Wertenund Einstellungen der Abgeordneten erfasste (ResponseRate 79%).

Projektleitung: Dr. Anja Osei, Projektmitarbeiterin: Dr. Anja Osei

Parlamentarisches Abstimmungsverhalten im Deutschen Bundestag - Dr. Ulrich Sieberer

Parlamentarisches Abstimmungsverhalten im Deutschen Bundestag

Ergebnisse: In dem Projekt wurde ein Datensatz mit sämtlichen 1938 namentlichen Abstimmungen in der Geschichte des Bundestages erhoben. Neben individuellem Abstimmungsverhalten sind Informationen zu den Abstimmungsgegenständen sowie verschiedene biographische und politische Daten zu allen gut 3500 Abgeordneten des Bundestages enthalten. Mit diesen Daten können eine Vielzahl von Fragen zu parlamentarischem Verhalten im Bundestag erstmals systematisch über Zeit analysiert werden. Aktuell untersuchen wir unter anderem die Entwicklung von Fraktions-geschlossenheit über Zeit, Erklärungsfaktoren für abweichendes Abstimmungsverhalten und die Gründe, aus denen namentliche Abstimmungen ausgelöst werden.

Projektleitung: Prof. Dr. Thomas Saalfeld (Bamberg), Dr. Ulrich Sieberer (Konstanz), Prof. Dr. Stefanie Bailer (ETH Zürich), Projektmitarbeiter: Henning Bergmann (Bamberg)

VisArgue - Wie und Wann überzeugen überzeugen Argumente? Analyse und Visualisierung von politischen Verhandlungen - Prof. Dr. Katharina Holzinger

Im Forschungsprojekt „VisArgue“ wird mit Hilfe von Methoden aus der

Politikwissenschaft, Linguistik und Informatik ein automatisiertes

textanalytisches Verfahren entwickelt, das neue Einsichten in die
Funktionsweise deliberativer politischer Kommunikation liefern soll. Das übergeordnete Projektziel ist
es,

zu einer effektiveren Kommunikation zwischen Bürgerschaft und

politischen Entscheidungsinstanzen beizutragen. Die Durchführung von

öffentlichen Großprojekten führt immer wieder zu Konflikten zwischen

Staat und Bürgern, wie beispielsweise die Auseinandersetzung um den

Ausbau des Stuttgarter Bahnhofs („Stuttgart 21“) gezeigt hat. Die

Theorie der deliberativen Demokratie behauptet, dass solche Konflikte

durch den rationalen Austausch von Argumenten beigelegt werden können.

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Projektleitung: Prof Dr. Miriam Butt (Fachbereich Sprachwissenschaft), Prof. Dr. Katharina Holzinger (FB Politik- und Verwaltungswissenschaft), Prof. Dr. Daniel Keim (Fachbereich Informatik und Informationswissenschaft)

Internationalisierung von Finanzmärkten und nationale Muster privater Verschuldung - Prof. Marius Busemeyer und Dr. Ulrich Glassman

Die Forschungsfrage des Projektes lautet: Welchen Einfluss hat die

Internationalisierung der Finanzmärkte auf die Verschuldung privater

Haushalte? In den vergangenen Jahren hat diese Verschuldung in vielen

westlichen Ländern dramatisch zugenommen, jedoch handelt es sich dabei

nicht um einen überall gleichförmigen Trend. Wir erklären die

Unterschiede der privaten Verschuldung damit, dass die

Internationalisierung von Finanzmärkten in kulturell verschieden

ausgeprägten Volkswirtschaften (Varieties of Capitalism) auf der

Angebotsseite des Kreditmarktes mehr oder weniger risikoreiches

Geschäftsgebaren stimuliert. Die Kernthese des Projektes lautet, dass

die kulturellen Besonderheiten von Volkswirtschaften für ausländische

Banken wie Barrieren wirken, die sie durch hohe Risiken, wie etwa

besonders günstige Kreditkonditionen für private Haushalte, zu

kompensieren versuchen.

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Ein Projekt im Rahmen des Exzellenzclusters EXC16: Kulturelle Grundlagen von Integration.

Projektleitung: Prof. Marius Busemeyer und Dr. Ulrich Glanzmann

German Network "External Democracy Promotion"

The German Research Network "External Democracy Promotion" (EDP) is a

collaborative project of two Leibniz institutions (PRIF, WZB), a think

tank (DIE) and three universities (Erfurt, Konstanz, Lüneburg). The EDP

network clusters political science research on the important issue of

democracy promotion and increases the visibility and reception of German

research with regard to the academic as well as broader policy debate,

nationally and internationally. Our activities and publications will

focus on the crucial but broadly neglected issue of interaction in

democracy promotion. The network will also consolidate the applicant

Leibniz institution's role as a center for democracy promotion research.

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Leitung des Konstanzer Beitrags: Dr. Sonja Grimm, Projektleitung:Gesamtleitung: Dr. Jonas Wolff, Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK/PRIF), Frankfurt

 

Governance of the Past. Entschädigungsbewegungen von Kolonialsoldaten des Zweiten Weltkriegs in Frankreich, Großbritannien und den USA - transnationale Dimensionen und nationale Voraussetzungen - Dr. Barbara Laubenthal

Im Mittelpunkt des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)

geförderten vergleichenden Projekts steht die Analyse von

Entschädigungsbewegungen von Kolonialsoldaten des Zweiten Weltkriegs in

Frankreich, Großbritannien und den USA. Seit der Jahrtausendwende haben

in den drei Ländern Veteranenorganisationen aus Westafrika, Nepal und

den Philippinen erfolgreich Ansprüche auf Rentenzahlungen und/oder

Aufenthaltsrechte artikuliert und durchgesetzt. Das Forschungsvorhaben

untersucht die Bedingungsfaktoren für die weitgehend parallele Emergenz

der Entschädigungsbewegungen. Dabei ist es das Ziel des Projekts, anhand

einer Analyse der Entschädigungsbewegungen von Kolonialsoldaten das

Forschungsfeld reparation politics weiter zu theoretisieren und zu

generalisierenden Aussagen über Faktoren zu kommen, die die Entstehung

und den Erfolg von Entschädigungsbewegungen bedingen.

Das Projekt

wird in Kooperation mit Prof. Dr. Jeffrey Olick, Department of

Sociology, University of Virginia, Prof. Dr. Christopher Dandeker,

Department of War Studies, King’s College London und Dr. Christophe

Bertossi, Institut Francais des relations internationales, Paris

durchgeführt.

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Projektleiterin: Dr. Barbara Laubenthal

Conditional Responsiveness in France and Germany - Prof. Dr. Christian Breunig

The basic premise of democratic governanceis that government

represents citizen wishes. In itssimplest form, governments assess

citizen wishes basedon electoral outcomes and publicly expressed

problemsand respond to these demands by enacting laws. Citizensin turn

readjust their priorities as policies change. Thisproject examines if

and when governments respond tocitizen demands. Our main contention is

that governmentresponsiveness is not constant and not a given; instead

itis conditioned on the electoral pressure placed on government.We

conceptualize electoral pressure in two ways:proximity to the election

and government approval ratings.Governments are most responsive shortly

beforeelections and when their electoral fortunes are threatened.We

focus on polls on government popularity as anindicator of government

approval between elections;electoral polls are used as an indicator of

closeness. Theproposal acknowledges previous work that explores howthe

linkage between citizens and government is modifiedby political

institutions, such as electoral system, the typeof government, and

federalism. In addition to offering amore nuanced understanding of

political responsiveness,the project delivers an innovative research

design. Ourinvestigation leverages empirical insights from twosources.

First, we conduct a quantitative analysis of politicalactivities using

comparative policy agendas data.Second, we test the micro-level

mechanisms at the governmentand citizen level using a survey. In short,

this projectdelivers an important contribution to the understandingof

when governments listen to public demandsand provides evidence for the

conditionality of responsivenessin Western democracies.

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Projektleitung: Christian Breunig und Emiliano Grossman

ERC-Projekt: Investing in Education in Europe: Attitudes, Politics and Policies (INVEDUC) - Prof. Dr. Marius Busemeyer

Das Projekt "Investing in Education in Europe: Attitudes, Politics

and Policies" (INVEDUC) wird der Frage nachgehen, welche Art von

Bildungspolitik Bürgerinnen und Bürger in acht ausgewählten europäischen

Ländern bevorzugen. Zu diesem Zweck wird eine groß angelegte

Meinungsumfrage durchgeführt, die die Präferenzen der Bürger

hinsichtlich der Höhe von Bildungsausgaben, der Verteilung auf

unterschiedliche Bildungsbereiche und der Steuerung (Governance) von

Bildungssystemen abfragt. In der zweiten Projektphase steht die Frage im

Mittelpunkt, inwiefern und auf welche Weise die Präferenzen der

Bürgerinnen und Bürger Eingang in den politischen Prozess finden.

Spielen die Wünsche der Bürger für politische Akteure überhaupt eine

Rolle oder dominieren organisierte Interessen? Gibt es Unterschiede in

der Verarbeitung der Präferenzen je nach Land oder Bildungssektor? Das

Projekt erweitert somit unser Verständnis über die Zusammenhänge

zwischen Bildungs- und Sozialpolitik sowie über den Einfluss von

Wählerpräferenzen im politischen Prozess.

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Projektleiter: Prof. Dr. Marius Busemeyer, Projektmitarbeiter: Dr. Julian Garritzmann, Dipl.-Volksw. Erik Neimanns, ehemalige Mitarbeiterin: Dr. Roula Nezi

Der zwanglose Zwang des besseren Arguments? Der Einfluss deliberativer Kommunikation auf die Verhandlungsergebnisse in Zwei-Personen-Entscheidungsexperimenten - Prof. Dr. Katharina Holzinger

Eine der zentralen Annahmen der Theorien der deliberativen Demokratie

und insbesondere der Diskurstheorie von Jürgen Habermas ist die

Vermutung, dass in der deliberativen Kommunikation die individuellen

Präferenzen zur Disposition gestellt und gegebenenfalls zugunsten von

kollektiven Interessen aufgegeben werden. Dies werde erreicht durch den

„zwanglosen Zwang des besseren Arguments“, durch die Begründung mit

allgemein akzeptierten (geltenden und universalisierbaren) Normen. Ein

systematischer empirischer Nachweis dieses Zusammenhangs ist jedoch

bisher nicht erbracht worden. Das vorgeschlagene Projekt möchte dieser

Frage in einem experimentellen Ansatz nachgehen. Es sollen 240

Zwei-Personen-Verhandlungsspiele durchgeführt werden, denen

spieltheoretisch formulierte Konfliktkonstellationen zu Grunde liegen,

deren Gleichgewichtslösungen weder fair noch kollektiv optimal sind.

Ausgangspunkt ist die Hypothese, dass individuelle Interessen umso eher

zugunsten von fairen und kollektiv besseren Ergebnissen überwunden

werden, je höher die deliberative Qualität der Kommunikation ist. Zudem

sollte unabhängig vom Verhandlungsergebnis eine höhere Zufriedenheit mit

der Konfliktlösung erreicht werden.

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Projektleitung: Prof. Dr. Katharina Holzinger, Projektmitarbeiter: Marius Bayer, Thomas Duttle

Traditionale Governance und moderne Staatlichkeit - Prof. Dr. Katharina Holzinger

In vielen Staaten gibt es ethnische Gruppen, die ihr inneres

politisches Leben gemäß traditionalen Institutionen der kollektiven

Entscheidungsfindung, Konfliktlösung und Gerichtsbarkeit regeln.

Traditionale Formen der Governance ko-existieren mit der staatlichen

politischen Organisation (Rechtspluralismus). Das Wissen darüber, wie

sich diese Ko-Existenz auf Staat, Demokratie und innere Konflikte

auswirkt, ist sehr begrenzt. Dies ist vor dem Hintergrund eines

potentiellen Zusammenhangs mit den Problemen der Demokratisierung und

der hohen Zahl innerer Konflikte in solchen Staaten bedauerlich. Im

Projekt soll erstens eine weltweite, makro-quantitative Untersuchung der

Zusammenhänge zwischen dem Umfang praktizierter traditionaler

Governance sowie ihrer Integration in die staatliche Organisation und

dem Demokratieniveau einerseits, der Konfliktneigung andererseits

durchgeführt werden. Diese Analyse soll zweitens mittels

Länderfallstudien vertieft und erweitert werden. Da traditionale

Governance besonders in Afrika verbreitet ist, werden sich die

Fallstudien auf diesen Kontinent konzentrieren.

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Projektleitung: Prof. Dr. Katharina Holzinger, Projektmitarbeiter: Dr. Roos van der Haer, Marius Bayer

The silent legacy of war – The long-term consequences of conflict-related sexual violence on social capital - Dr. Carlo Koos

In den letzten Jahren wurde dem Thema „Sexuelle Gewalt in bewaffneten

Konflikten“ (conflict related sexual violence, CRSV) zunehmend

internationale Aufmerksamkeit gewidmet. Obwohl die internationale

Politik und Menschenrechtsorganisationen betonen, dass CRSV das Leben

des Betroffenen und das Zusammenleben in Gemeinschaften zerstört,

beschäftigt sich die empirische Sozialforschung vorwiegend mit der

Identifikation der Ursachen von CRSV während die Erforschung der

sozialen Konsequenzen bislang weitgehend vernachlässigt wurde. Das hier

vorliegende Projektbefasst sich mit gerade dieser Forschungslucke und

stellt die folgenden Forschungsfragen: Welche langfristigen Konsequenzen

hat CRSV sowohl fur Einzelpersonen als auch Gemeinschaften? Wie wirkt

sich CRSV auf interpersonelles Vertrauen und gemeinschaftliches

Engagement– kurz Sozialkapital aus? Welche anderen Faktoren wirken auf

die Zusammenhänge zwischen CRSV und dem Sozialkapital? Im Rahmen des

Projektes wird ein theoretisches Modell entwickelt, dass sich vorallem

mit der Beziehung zwischen CRSV und dem Sozialkapital befasst. Die

empirische Untersuchung der Hypothesen erfolgt durch ein vergleichendes

mixed-method Design. Darin werden qualitative Feldforschung und eine

repräsentative Meinungsumfrage (n=1.000) in Burundi durchgefuhrt.

Burundi wurde als Fall ausgewählt, weil im dortigen Bürgerkrieg

(1993–2005) mit etwa 200.000 Toten CRSV in großem Umfangverübt wurde. Im

Rahmen der quantitativen Meinungsumfrage werden neben weiteren

Einflussfaktoren vor allem persönliche Erfahrungen mit CRSV sowie

verschiedene Aspekte des Sozialkapitals erhoben und analysiert. Um die

Validität der quantitativen Analyse zu erhöhen werden ergänzend

qualitative Methoden, insbesondere semi-strukturierte Interviews und

Fokusgruppendiskussionen, angewandt.

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Projektleitung: Dr. Carlo Koos

The Choice for Europe since Maastricht. Member States' Preferences for Economic and Financial Integration - Prof. Dr. Dirk Leuffen

The Eurozone crisis corroborated the warnings of economists that weak

economic policy coordination and loose fiscal oversight would be

insufficient to stabilise the monetary union. To prevent a recurrence of

the crisis, economists, political actors and the “Blueprint” of the

European Commission are asking for the construction of a deep and

genuine economic and monetary union with reinforced governance

architecture – beyond the recently adopted mechanisms. Many models of a

fiscal union have been proposed and discussed. What is missing are not

ideas and economic analysis, but the political consensus among member

states’ governments for a specific integration path. Therefore, this

political science project analyses the politics of economic and fiscal

integration, that is, the conflict structure among member states. To

this end, we aim to study the preferences of member states’ governments’

for different models of a fiscal union. Our theoretical framework

builds on the comparative political economy literature and liberal

intergovernmentalism and argues that domestic economic, fiscal and

political factors are the main determinants of member states’

preferences.

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Projektleitung: Prof. Dr. Leuffen, Projektmitarbeiter: Hanno Degner

„Externe Schocks, internationale Organisationen und die Herausbildung politischer Normen: eine vergleichende Analyse regionaler Integration in der EU, dem Mercosur und der ASEAN“ – Verlängerung des Projekts - Prof. Dr. Dirk Leuffen

Das Projekt strebt eine vergleichende Untersuchung zur Herausbildung

politischer Normen in Internationalen Organisationen an. Auf Basis

qualitativer Fallstudien zur EU, der ASEAN und dem Mercosur wird

vergleichend analysiert, wie und unter welchen Bedingungen externe

Ereignisse (De-)Integrationsprozesse innerhalb von regionalen

Organisationen hervorrufen. Wann und wo lösen externe Schocks oder

Krisen eine Nachfrag nach vertiefter regionaler Integration aus und

unter welchen Bedingungen wird dieses Ziel erreicht? Ein besonderer

Schwerpunkt des Projekts liegt auf Beitrittsgesuchen und politischen

Normen, deren Entwicklungs- und Institutionalisierungsprozess wir

empirisch nachzeichnen.

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Ein Projekt im Rahmen des Exzellenzclusters EXC16: Kulturelle Grundlagen von Integration.

Projektleitung: Prof. Dr. Dirk Leuffen, Projektmitarbeiter: Kerstin Radtke, Sophia Schemel

Ressourcenmanagement und Innerstaatliche Konflikte (Fortsetzung eines bereits bestehenden Projektes) - Dr. Tim Wegenast und Prof. Dr. Gerald Schneider

Dies ist das Hauptanliegen des Projektes: Es macht geltend, dass

Konfliktwahrscheinlichkeit zu einem erheblichen Teil auf das Management

von Ressourcen zurückgeführt werden kann. So wird beispielsweise

untersucht, in wieweit die Herkunft und Besitzstruktur

ressourcenfördernder Unternehmen 4. Neues aus der Forschung 29 mit

bestimmten Formen sozio-ökonomischer oder ökologischer Missstände und

innerstaatlicher Gewalt (Proteste, Aufstände, gewaltsame Konflikte)

einhergeht. Dazu wird ein GIS-Datensatz erstellt, der u.a. Informationen

über Lokalisation von Minen und Gas-/Ölfeldern sowie die Besitzstruktur

der dazugehörenden ressourcenextrahierenden Unternehmen erfasst.

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Projektleitung: Dr. Tim Wegenast und Prof. Dr. Gerald Schneider

EUSANCT: Funktionieren supranationale Zwangsmaßnahmen? Beginn, Wirkung und Effektivität von EU-Sanktionen - Prof. Dr. Gerald Schneider

Economic sanctions are one of the most frequently used coercive

measures in international politics. Although the European Union

increasingly relies onthis instrument since the end of the Cold War, the

sanctioning policy of the supranational organization faces severe

criticism. These objections include the accusations that the EU levies

sanctions against the wrong target and that the effects are either

negligible or even counterproductive.The EUSANCT project addresses these

concerns and examines the onset, economic impact and effectiveness of

EU sanctions through an over-arching political economy framework that

extends existing sanctioning games. Understanding economic coercionas a

stepwise process, the German-Polish research team will:– examine the

extent to which coercive policymaking by the supranational organization

is biased;

– analyse the short- and long-term economic

repercussions of sanctions in selected target countries by estimating

financial market reactions and changes in trade, investment and

development;
– establish the short- and long-term economic

consequences of these sanctions in two sender countries (Germany,

Poland) by focusing on the stock market returns of exposed and less

exposed sectors and firms;
– assess the effectiveness of EU sanctions.

The

four subprojects will complement each other and provide a comprehensive

evaluation of the supranational sanctioning policy of the European

Union between 1990 and 2014. To this end, the EUSANCT team will extend

existing data sets on the threats and imposition of economic sanctions

and use a broad mix of quantitative and qualitative techniques to

answers the questions raised within the different subprojects. The

project will enlighten academic and policy audiences about the chances

and limitations of EU sanctions and discuss how the design of sanctions

influences their impact and effectiveness.

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Projektleitung: Prof. Dr. Paulina Pospieszna (Adam Mickiewicz University of Poznan, Poland), Prof. Dr. Gerald Schneider

WeAllCount Europe – WECE - Prof. Dr. Susumu Shikano

Das Projekt WeAllCount Europe (WECE) wurde von einer Arbeitsgruppe

ins Leben gerufen, die sich aus fünf Partnerorganisationen

zusammensetzt. Am Projekt beteiligt sind, neben dem Lehrstuhl von Prof.

Dr.Shikano, die Firma Kuorum.org aus Spanien sowie

Nichtregierungsorganisationen aus Italien, Litauen und Österreich. Das

gemeinsame Ziel der Partner besteht darin neue Formen politischer

Kommunikation und Partizipation im Zeitalter von Online-Medien und

sozialen Netzwerkenzu fördern und so das Kompetenzgefühl der politischen

Einflussnahme (political efficacy) zu stärken. Die Laufzeit des

Projektes ist auf 24 Monate angelegt und wird von der Europäischen Union

mit dem Förderprogramm „Erasmus+“ unterstützt. Das WE Projekt wird von

Prof. Dr. Shikano, Theresa Küntzler und Lutz Gschwind in Deutschland

umgesetzt und in allen fünf Ländern wissenschaftlich evaluiert.

Schulungen und „Offline“-Events werden in zwei Projektphasen jeweils im

Sommer 2016 als auch im Frühjahr 2017 durchgeführt.

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Projektleitung: Prof. Dr. Susumu Shikano, Projektmitarbeiter: Lutz Gschwind, Theresa Küntzler

Raise Your Voices! The Occurrence of Nonviolent Campaigns in Civil Wars - Dr. Johannes Vüllers

The project addresses the political role of civilians, and

particularly civilian nonviolent activism during civil wars. As many

case studies have shown, civilians are often relevant and even pivotal

actors in civil wars that need to be studied in a systematic way. Four

gaps in the literature exist: Research neglects nonviolent campaigns

during civil wars; non-consideration of campaigns against rebels; a

selection bias against small campaigns; and existing data collections

are on a highly aggregated level. The project aims to address these gaps

by answering the following question: Why do nonviolent campaigns occur

incivil wars? The project will use quantitative and qualitative methods

on different levels of analysis to study the proposed mechanisms

empirically. First, the project will analyze campaign occurrence in

civil wars using a global dataset for the period 1989 to 2005. Second, a

quantitative subnational analysis of campaigns in the Nepalese civil

war takes the dynamics of a civil war into account and will use more

fine-grained data by collecting information from local sources. Third,

process tracing of four selected Nepalese districts will aim to provide

insights into the causal mechanisms explaining the occurrence of

campaigns in the midst of civil wars.

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Projektleitung: Dr. Johannes Vüllers