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Antrittsvorlesung - Die Normalisierung digitaler Spurendaten (de.)

Wann
Mittwoch, 31. Mai 2017
17.00 – 18.30 Uhr

Wo
A 702

Veranstalter

ReferentIn:
Jun. Prof. Andreas Jungherr

Diese Veranstaltung ist Teil der Veranstaltungsreihe „Fachbereichskolloquium Politk- und Verwaltungswissenschaft“.

Im Verlauf der letzten zehn Jahren hat sich die Datengrundlage der Sozialwissenschaft entscheidend erweitert. In der Debatte über das Forschungspotential dieser Daten liegt ein Schwerpunkt auf der Nutzung digitaler Spurendaten in der Sozialwissenschaft. Digitale Spurendaten sind Daten die im Verlauf der Nutzung digitaler Dienste anfallen. Verschiedene Autoren erwarten von dieser Datenart eine Revolution in der Sozialwissenschaft. Bisher blieben empirische Arbeiten allerdings hinter diesen großen Erwartungen zurück. Ein Grund hierfür liegt in zwei zentralen Irrtümern in der sozialwissenschaftlichen Arbeit mit digitalen Spurendaten. Der Erste ist der n=all Irrtum, der Zweite ist der Spiegelbild Irrtum. Im Verlauf des Vortrags werde ich die Zentralität beider Irrtümer in aktueller Forschung mit digitalen Spurendaten demonstrieren. Hierbei werde ich ausgewählte Studien mit dem Schwerpunkt politische Kommunikation aus drei Forschungsperspektiven präsentieren und im Hinblick auf die beiden Irrtümer diskutieren. Die Forschungsperspektiven sind Digitale Ethnographie, Digitale Spurendaten als Ersatz für andere Datenarten, und Hybride unterschiedlicher Datenarten. Schließen werde ich mit dem Vorschlag der Entwicklung einer Messtheorie für die Nutzung digitaler Spurendaten in der Sozialwissenschaft.