Former Research Projects

Find here an overview about former, third-party funded, research projects since 2013

Die Dynamik von Gruppenkonflikten in multinationalen Mehrebenensystemen – Integration oder Akkommodierung - Prof. Dr. Nathalie Behnke

as Forschungsinteresse des Projekts zielt auf die Untersuchung von

Politiken der Beilegung innerstaatlicher multinationaler Konflikte.

Forderungen regional konzentrierter Gruppierungen nach mehr Autonomie

haben wesentlich zur Dezentralisierung auch ehemals stark unitarisch

geprägter Demokratien beigetragen. Dieser Prozess des Forderns,

Verhandelns und Gewährens von autonomen Kompetenzen zwischen Vertretern

der regionalen und der zentralstaatlichen Ebenen ist jedoch sehr

langfristig orientiert und gegenwärtig noch nicht abgeschlossen. Im

Laufe der Zeit lässt sich ein Wandel der Orientierung von eher

integrationistischen zu stärker akkommodierenden Reformen feststellen,

die unterschiedliche Wirkung entfalten können. Mit Hilfe von vier

vergleichenden regionalen Fallstudien soll diese Dynamik rekonstruiert

und der Verlauf des Prozesses erklärt werden mit dem Ziel, zu

theoretischen Ansätzen über verallgemeinerbare Wirkmechanismen in diesen

Reformprozessen zu gelangen.

Link zur Projektbeschreibung

Ein Projekt im Rahmen des Exzellenzclusters EXC16: Kulturelle Grundlagen von Integration.

Projektleitung: Prof. Dr. Nathalie Behnke, Projektmitarbeiterin: Bettina Petersohn

The Politics of Education and Training Reforms in Western Welfare States - Prof. Dr. Marius Busemeyer

The Politics of Education and Training Reforms in Western Welfare States

The Emmy Noether Project "The Politics of Education and Training Reforms in Western Welfare States" has analyzed vocational training and higher education systems and their historical and political origins from an internationally comparative perspective. The project has aimed to answer which institutional and political factors have led to the establishment of these different education systems.

We descriptively systematized the variety of existing systems in different (post-secondary) education sectors. We identified four ideal-typical skill formation regimes in vocational training, which can be distinguished along the dimensions of firm involvement and public commitment (i. e. public finance and the role of the state in education provision and governance). Moreover, we also identified “four worlds of student finance” that can be distinguished along the dimensions of tuition fees (high vs. low) and the proportion of students benefitting from public subsidies (high vs. low). We have shown in manifold contributions that the emergence of different skill formation regimes is strongly linked to the development of the welfare state. In contrast to earlier studies we have expanded the perspective of partisan politics by taking into account the degree of economic coordination and institutional legacies against which partisan politics played out in the critical junctures of the post-war period.

Also, the project has moved beyond explaining the emergence and genesis of education and training regimes by analyzing the distinct systems’ socio-economic outcomes and their impact on individual preferences. Two findings stand out in particular: First, the relationship between educational and socio-economic inequality is more complex than commonly assumed. This is mostly related to elaborate VET systems, which on the one hand segment the educational system but on the other hand provide a point of access to high quality education and employment for those individual in the lower half of the academic skills distribution. Second, once in place, educational systems produce positive feedback effects on individual attitudes in terms of redistribution, student finance and public education spending more generally. Finally, our findings strongly suggest that we are nowadays in a phase of path dependent incremental change as education regimes have remained remarkably stable in their basic institutional configuration during the last three decades. However, as the examples of Australia and Ireland show, path-deviating change in VET is possible when governments succeed in forming new coalitions in the industrial arena.

Projektleitung: Prof. Dr. Marius R. Busemeyer, Projektmitarbeiter: Dr. Julian L. Garritzmann, Dr. Janis Vossiek, Prof. Dr. Michael Dobbins, Dr. Raphaela Schlicht-Schmälzle

Studie über die grün-roten Bildungsreformen in Baden-Württemberg - Prof. Dr. Marius Busemeyer

Studie über die grün-roten Bildungsreformen in Baden-Württemberg

Die Studie untersucht die Auswirkungenund die Bewertungen der bildungspolitischen Reformender grün-roten Landesregierung in Baden-Württembergaus dem Blickwinkel zentraler politischer Akteur_innensowie im Rahmen von Fokusgruppen-Interviews an Gemeinschaftsschulen.Eine wesentliche Erkenntnis derStudie ist, dass trotz der intensiv geführten politischenDebatten um die Bildungsreformen – insbesondere dieEinführung der Gemeinschaftsschulen – die Unterstützungfür die Reformprojekte sowohl auf der politischenEbene als auch auf der Ebene der direkt Betroffenengrößer ist, als man angesichts der medial verkürzt dargestelltenKonflikte vielleicht vermuten würde. SubstanzielleKritik wird insbesondere an den Inhalten der Gemeinschaftsschul-Reform geäußert, während es an anderenReformprojekten, die allgemein populärer sind,wie dem Ausbau der Ganztagsschulen, der Umsetzungdes Inklusionsprinzips und der regionalen Schulentwicklung,weniger Kritik gibt. Auffällig ist die Tatsache, dassder Großteil der Kritik sich auf die konkrete Umsetzungder Reformen bezieht. Viele der direkt Betroffenen, vorallem Lehrer_innen und Schulleitungen, aber auch Elternund Verwaltungen fühlten sich durch die Vielzahl derReformen in hoher zeitlicher Dichte überfordert.

Projektleitung: Prof. Dr. Marius Busemeyer, Projektmitarbeiterin: Susanne Haastert

Elite Networks in Africa – Case Study Togo - Dr. Anja Osei

Elite Networks in Africa – Case Study Togo

Die meisten Länder Afrikas kehrten nach einerlangen Periode mehr oder weniger autoritärer Einparteiensystemein den 1990er Jahren zu Mehrparteienwahlenzurück. Die Ergebnisse der Demokratisierungswelle sindjedoch gemischt: neben einigen konsolidierten Demokratienexistieren nach wie vor eine Reihe autoritärer Regimesowie eine Vielzahl von Staaten, die sich in einerGrauzone zwischen Demokratie und Autokratie befinden.Akteurszentrierte Erklärungsansätze weisen dabei vorallem auf die Bedeutung des Handelns politischer Elitenhin. Eine umfassende Typologie von Elitenstrukturen undentsprechenden Regimetypen wurde von Higley undBurton (2006) vorgelegt, die empirische Elitenforschunghat sich jedoch bisher überwiegend auf westliche Demokratienkonzentriert und afrikanische Staaten kaum berücksichtigt.An dieser Forschungslücke setzt das Projektan.In Zusammenarbeit mit dem in Lomé ansässigen ForschungsinstitutCROP (Centre de Recherche et de Sondaged'Opinions) wurde eine Erhebung im Parlament vonTogo durchgeführt, welche Daten zu Biographien undKarrieremustern, persönlichen Netzwerken sowie Wertenund Einstellungen der Abgeordneten erfasste (ResponseRate 79%).

Projektleitung: Dr. Anja Osei, Projektmitarbeiterin: Dr. Anja Osei

Parlamentarisches Abstimmungsverhalten im Deutschen Bundestag - Dr. Ulrich Sieberer

Parlamentarisches Abstimmungsverhalten im Deutschen Bundestag

Ergebnisse: In dem Projekt wurde ein Datensatz mit sämtlichen 1938 namentlichen Abstimmungen in der Geschichte des Bundestages erhoben. Neben individuellem Abstimmungsverhalten sind Informationen zu den Abstimmungsgegenständen sowie verschiedene biographische und politische Daten zu allen gut 3500 Abgeordneten des Bundestages enthalten. Mit diesen Daten können eine Vielzahl von Fragen zu parlamentarischem Verhalten im Bundestag erstmals systematisch über Zeit analysiert werden. Aktuell untersuchen wir unter anderem die Entwicklung von Fraktions-geschlossenheit über Zeit, Erklärungsfaktoren für abweichendes Abstimmungsverhalten und die Gründe, aus denen namentliche Abstimmungen ausgelöst werden.

Projektleitung: Prof. Dr. Thomas Saalfeld (Bamberg), Dr. Ulrich Sieberer (Konstanz), Prof. Dr. Stefanie Bailer (ETH Zürich), Projektmitarbeiter: Henning Bergmann (Bamberg)

VisArgue - Wie und Wann überzeugen überzeugen Argumente? Analyse und Visualisierung von politischen Verhandlungen - Prof. Dr. Katharina Holzinger

Im Forschungsprojekt „VisArgue“ wird mit Hilfe von Methoden aus der

Politikwissenschaft, Linguistik und Informatik ein automatisiertes

textanalytisches Verfahren entwickelt, das neue Einsichten in die
Funktionsweise deliberativer politischer Kommunikation liefern soll. Das übergeordnete Projektziel ist
es,

zu einer effektiveren Kommunikation zwischen Bürgerschaft und

politischen Entscheidungsinstanzen beizutragen. Die Durchführung von

öffentlichen Großprojekten führt immer wieder zu Konflikten zwischen

Staat und Bürgern, wie beispielsweise die Auseinandersetzung um den

Ausbau des Stuttgarter Bahnhofs („Stuttgart 21“) gezeigt hat. Die

Theorie der deliberativen Demokratie behauptet, dass solche Konflikte

durch den rationalen Austausch von Argumenten beigelegt werden können.

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Projektleitung: Prof Dr. Miriam Butt (Fachbereich Sprachwissenschaft), Prof. Dr. Katharina Holzinger (FB Politik- und Verwaltungswissenschaft), Prof. Dr. Daniel Keim (Fachbereich Informatik und Informationswissenschaft)

Internationalisierung von Finanzmärkten und nationale Muster privater Verschuldung - Prof. Marius Busemeyer und Dr. Ulrich Glassman

Die Forschungsfrage des Projektes lautet: Welchen Einfluss hat die

Internationalisierung der Finanzmärkte auf die Verschuldung privater

Haushalte? In den vergangenen Jahren hat diese Verschuldung in vielen

westlichen Ländern dramatisch zugenommen, jedoch handelt es sich dabei

nicht um einen überall gleichförmigen Trend. Wir erklären die

Unterschiede der privaten Verschuldung damit, dass die

Internationalisierung von Finanzmärkten in kulturell verschieden

ausgeprägten Volkswirtschaften (Varieties of Capitalism) auf der

Angebotsseite des Kreditmarktes mehr oder weniger risikoreiches

Geschäftsgebaren stimuliert. Die Kernthese des Projektes lautet, dass

die kulturellen Besonderheiten von Volkswirtschaften für ausländische

Banken wie Barrieren wirken, die sie durch hohe Risiken, wie etwa

besonders günstige Kreditkonditionen für private Haushalte, zu

kompensieren versuchen.

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Ein Projekt im Rahmen des Exzellenzclusters EXC16: Kulturelle Grundlagen von Integration.

Projektleitung: Prof. Marius Busemeyer und Dr. Ulrich Glanzmann

German Network "External Democracy Promotion"

The German Research Network "External Democracy Promotion" (EDP) is a

collaborative project of two Leibniz institutions (PRIF, WZB), a think

tank (DIE) and three universities (Erfurt, Konstanz, Lüneburg). The EDP

network clusters political science research on the important issue of

democracy promotion and increases the visibility and reception of German

research with regard to the academic as well as broader policy debate,

nationally and internationally. Our activities and publications will

focus on the crucial but broadly neglected issue of interaction in

democracy promotion. The network will also consolidate the applicant

Leibniz institution's role as a center for democracy promotion research.

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Leitung des Konstanzer Beitrags: Dr. Sonja Grimm, Projektleitung:Gesamtleitung: Dr. Jonas Wolff, Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK/PRIF), Frankfurt

 

Governance of the Past. Entschädigungsbewegungen von Kolonialsoldaten des Zweiten Weltkriegs in Frankreich, Großbritannien und den USA - transnationale Dimensionen und nationale Voraussetzungen - Dr. Barbara Laubenthal

Im Mittelpunkt des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)

geförderten vergleichenden Projekts steht die Analyse von

Entschädigungsbewegungen von Kolonialsoldaten des Zweiten Weltkriegs in

Frankreich, Großbritannien und den USA. Seit der Jahrtausendwende haben

in den drei Ländern Veteranenorganisationen aus Westafrika, Nepal und

den Philippinen erfolgreich Ansprüche auf Rentenzahlungen und/oder

Aufenthaltsrechte artikuliert und durchgesetzt. Das Forschungsvorhaben

untersucht die Bedingungsfaktoren für die weitgehend parallele Emergenz

der Entschädigungsbewegungen. Dabei ist es das Ziel des Projekts, anhand

einer Analyse der Entschädigungsbewegungen von Kolonialsoldaten das

Forschungsfeld reparation politics weiter zu theoretisieren und zu

generalisierenden Aussagen über Faktoren zu kommen, die die Entstehung

und den Erfolg von Entschädigungsbewegungen bedingen.

Das Projekt

wird in Kooperation mit Prof. Dr. Jeffrey Olick, Department of

Sociology, University of Virginia, Prof. Dr. Christopher Dandeker,

Department of War Studies, King’s College London und Dr. Christophe

Bertossi, Institut Francais des relations internationales, Paris

durchgeführt.

Link zur Projektbeschreibung

Projektleiterin: Dr. Barbara Laubenthal