Forschung

Forschung

Der Forschungsschwerpunkt der Arbeitsgruppe für Policy-Analyse und politische Theorie liegt auf der international vergleichenden Policy-Analyse mit Fokus auf Bildungs- und Sozialpolitik. Unser Interesse gilt hier politischen Entscheidungsprozessen. Wir erforschen z.B. welche Akteure in die Prozesse der Politikgestaltung einbezogen werden, wie diese Einfluss nehmen und welche Unterschiede im Policy-Output damit einhergehen.

Darüber hinaus untersuchen wir die sozialen und ökonomischen Auswirkungen von politischen Entscheidungen z. B. in Bezug auf die Entstehung von sozialer Ungleichheit oder auf persönliche Einstellungen und Muster der politischen Beteiligung. Im Umkehrschluss erforschen wir auch, ob und wie diese sozialen Auswirkungen wiederum politische Entscheidungsprozesse determinieren. Zwei große und mehrere kleine Projekte bilden dabei die Grundlage zur Gewinnung neuer Erkenntnisse in unserem Forschungsprogramm:

Ein erster wichtiger Bestandteil unserer Arbeit besteht aus der Untersuchung  von Berufs- und Hochschulbildungssystemen in westlichen Demokratien. Aus der Perspektive der vergleichenden politischen Ökonomie erforschen wir die Policy-Variation im Ländervergleich und deren Erklärungen. Von Relevanz ist dabei insbesondere, wie politische Parteien und andere Akteure die gegenwärtigen Berufsbildungs- und Hochschulsysteme während der Nachkriegsjahrzehnte gestalteten, und wie die damaligen Entscheidungen den Handlungsspielraum der nachfolgenden Regierungen eingeengt haben. In diesem Forschungsbereich widmen wir uns auch Fragen der Auswirkungen von Berufsbildungs- und Hochschulsystemen auf sozio-ökonomische Ungleichheit sowie auf Muster der öffentlichen Meinung. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf unserer Website zum „Emmy-Noether-Projekt“ .

Ausgewählte Veröffentlichungen:

Busemeyer, Marius R. & Christine Trampusch. 2012. The Political Economy of Collective Skill Systems. Oxford: Oxford University Press.

Busemeyer, Marius R. 2015. Skills and inequality: The political economy of education and training reforms in western welfare states. Cambridge: Cambridge University Press. Winner of the 2015 Stein Rokkan Prize in Comparative Social Science Research.

Garritzmann, Julian L. 2015. The Political Economy of Higher Education Finance. The Politics of Tuition Fees and Subsidies in OECD countries, 1945-2015. Basingstoke: Palgrave Macmillan.

Busemeyer, Marius R. & Susanne Hastert. 2017. Bildungspolitik: Nicht alles anders aber manches. In: Felix Hörisch & Stefan Wurster (eds.). Das grün‐rote Experiment in Baden-Württemberg : eine Bilanz der Landesregierung Kretschmann 2011-2016. Wiesbaden: Springer Fachmedien, pp. 125-158.

In einem zweiten großen Bereich stellen wir die öffentliche Meinung zu bildungspolitischen Maßnahmen sowie die Auswirkungen öffentlicher Meinung auf bildungspolitische Entscheidungsprozesse in den Mittelpunkt unserer Forschungsarbeit. Auf der Basis einer Untersuchung in acht europäischen Ländern im Rahmen des INVEDUC-Projektes können wir nun präzise erforschen, welche bildungspolitischen Maßnahmen von der Bevölkerung befürwortet werden und von welchen Kontextfaktoren die Einstellungen der Bevölkerung abhängig sind. Unser Interesse gilt dabei auch der Frage, wie sich Einstellungen ändern, wenn sich die Bürgerinnen und Bürger darüber bewusst werden, dass Politikgestaltung typischerweise das Bestehen von Zielkonflikten zwischen verschiedenen Politikbereichen impliziert. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf unserer Website zum INVEDUC-Projekt.

Ausgewählte Veröffentlichungen:

Busemeyer, Marius R., Julian L. Garritzmann, Erik Neimanns, & Roula Nezi. 2017, forthcoming. Investing in Education in Europe: Evidence from a New Survey of Public Opinion. Journal of European Social Policy.

Busemeyer, Marius R. & Julian L. Garritzmann. 2017. Public Opinion on Policy and Budgetary Trade-offs in European Welfare States: Evidence from a New Comparative Survey. Journal of European Public Policy: 1-29.

Ergänzend zu diesen beiden Forschungsbereichen gehen wir aus einer international vergleichenden Perspektive Fragen zu Entstehungsbedingungen, politischen Kontexten und Dynamiken sowie zu Ergebnissen von Sozial- und Bildungspolitik nach. So untersuchen unsere wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen in verschiedenen Forschungsprojekten z.B.

-          Solidarität zwischen Generationen in verschiedenen Wohlfahrtsstaaten

-          die Sozialpolitik rechtspopulistischer Parteien

-          Zusammenhänge zwischen Bildungsinstitutionen und politischer Partizipation

-          die Rolle von Gewerkschaften in der Bildungs- und Sozialpolitik.

 Weitere Informationen zu diesen Forschungsprojekten finden Sie auf den jeweiligen Seiten unserer wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen.